Das Flüchtlingsdrama: ein Appell zum Umsteuern. In Europa und in Deutschland

Schreckenszenario für »old industry«

Die Prognos AG sieht 87.000 Arbeitsplätze in der Stahlbranche gefährdet und verweist in einer Modellrechnung auf die besondere Rolle der Stahlunternehmen als Auftraggeber für Logistiker und Dienstleister, als Lieferanten für den Maschinen- und Fahrzeugbau sowie für die Elektroindustrie. Otto König und Richard Detje fragen nach: Befindet sich die Stahlindustrie im Zangengriff von EU-Kommission und chinesischer Konkurrenz?

Tarifpolitische Erfolge — hinterfragt

2015 war für die abhängig Beschäftigten eines der erfolgreichsten Jahre in der jüngeren deutschen Tarifgeschichte. Es bescherte ein »kräftiges Reallohnplus« und damit Wohlstandsgewinne für die »arbeitnehmerische Mitte«. Der gesellschaftliche Fahrstuhl führte nicht nur für die Besitzer der Penthäuser, sondern auch für die Bewohner des ersten und der darüber liegenden Stockwerke nach oben. Sogar das Souterrain war einbezogen — 2015 war das Jahr eins der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns. Richard Detje und Otto König hinterfragen die tarifpolitischen Erfolge.

Auf der Kippe

Kaum lag der erste Entwurf des Bundesarbeitsministeriums zur stärkeren Regulierung von Leiharbeit und Werkverträgen im November 2015 auf dem Tisch, liefen Wirtschaftsverbände Sturm. Dabei hatte man lediglich die geltende Rechtsprechung zu Papier gebracht und mitnichten einen »Angriff auf die moderne arbeitsteilige Wirtschaft« gefahren. Otto König geht den Gründen nach, warum das Gesetz zu Leiharbeit und Werkverträgen nun von der CSU blockiert wird.

Europa-Perspektiven

Europa prägt die politische Agenda. Mit wechselnden Schauplätzen und Akteuren. Im vergangenen Jahr waren es vor allem drei Themen: die erneute Ost-West-Konfrontation im Ukraine-Konflikt, die Zuspitzung der Krise in Griechenland, schließlich die Flüchtlingsbewegung nach West- und Nordeuropa. Wie wird Europa in diesem Krisenszenario in der Bevölkerung wahrgenommen? Eine repräsentative Befragung im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung hat sich der Sorgen und Erwartungen der Bürger in acht EU-Staaten angenommen. Otto König und Richard Detje haben sie ausgewertet.

Was haben Top-Einkommen mit Gewerkschaften zu tun?

Die Schwächung der Gewerkschaften in der neoliberalen Epoche geht mit einer Zunahme sozialer Ungleichheit einher. Präziser: In den hochentwickelten kapitalistischen Ländern war die Brechung gewerkschaftlichen Widerstands eine Voraussetzung für die Privatisierung öffentlichen Eigentums, die Deregulierung kollektiver Arbeitsmarkt- und Arbeitsregulierung sowie die Schwächung des Sozialstaats. Wird diese These durch einen überraschenden aktuellen IWF-Befund nun widerlegt?, fragen Otto König und Richard Detje.

Transfergesellschaft — Perspektiven nach der Insolvenz

Praktiker/Max Bahr, Schlecker, Opel-Bochum: Was leisten Transfergesellschaften als Arbeitsmarkt- und Qualifizierungsinstrument? Weshalb sollten sie erweitert werden? Otto König und Richard Detje stellen die Befunde einer aktuellen Untersuchung vor.

Die Zweidrittel-Union

Das »Projekt Europa« ist umkämpfter denn je. Nicht nur, weil sich der Konflikt mit einem neoliberalen, austeritären und entdemokratisierten Europa entscheidend verschärft hat. Hinzu kommt in jüngster Zeit ein Strategiewechsel, bei dem nicht mehr nur um die Richtung des europäischen Integrationsprozesses gekämpft wird, sondern um dessen Rückabwicklung. »Exit« avanciert bei Teilen der Rechten wie der Linken zur politischen Option. Der jüngste Europäische Tarifbericht des WSI, in dem es auch um die Lohnentwicklung in Europa in der Großen Krise geht, bietet Material, sich das umkämpfte Terrain etwas genauer anzuschauen. Otto König und Richard Detje haben es getan.

Klassengesellschaft

Die heutige Klassengesellschaft kann man — den Finanzmärkten folgend — an der zunehmenden Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums durch die vermögenden und besitzenden Klassen messen. Man kann aber auch den Blick nach unten richten. Hier liefert der jüngste Report des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) aufschlussreiche Befunde, wie Otto König und Richard Detje deutlich machen.

Wenn man nicht mehr weiß, was man kommende Woche verdient

Anlässlich des Labor Day, der in den USA und in Kanada jeweils am ersten Montag im September gefeiert wird, hat Robert Reich, ehemaliger Arbeitsminister in der Clinton-Administration, der an der University of California lehrt, auf eine beunruhigende Entwicklung hingewiesen. So schätzt er, dass am Ende dieses Jahrzehnts rund 40% der zwischen New York und San Francisco Beschäftigten nicht mehr wissen, »was sie in der nächsten Woche oder gar am morgigen Tag verdienen werden«. Otto König und Richard Detje gehen dem nach und nehmen besonders das Projekt »Uber« in den Blick, das auch hierzulande aktiv ist.

Gewerkschaften in einem durch Austeritätspolitik gespaltenen Europa

Gewerkschaftliche Politik in einem durch Austeritätspolitik gespaltenen Europa war das Thema des 3. Debattenforum WISSENTransfer am 20./21. März 2015.
Die Präsentationen von
Thorsten Schulten (WSI) zum europäischen Krisenmanagement und dessen Folgen für die Lohn- und Tarifpolitik
Wolfgang Lemb (geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall) zu gewerkschaftlichen Kooperationen und Handlungsschwerpunkten in Europa
liegen als pdf-Dateien vor und können heruntergeladen werden.

Benchmark Deutschland?

Ist das das deutsche Beschäftigungsmodell tatsächlich so erfolgreich, wie oft behauptet und vielfach auch im krisengeschüttelten europäischen Ausland geglaubt? Eine neue Studie überprüft das arbeitsmarktpolitische Ranking in Europa. Otto König und Richard Detje stellen sie vor und betrachten den Arbeitsmarkt im europäischen Vergleich.

Gewinnsprünge und Sparprogramme in der Automobilindustrie

Wohl kaum andernorts liegen Licht und Schatten so nah beieinander wie in der deutschen Automobilindustrie: Umsatz- und Gewinnrekorde auf der einen, massiver Druck auf die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen auf der anderen Seite. Ob und wie das ggf. zusammenpasst untersuchen Richard Detje und Otto König in ihrem Beitrag über Gewinnsprünge und Sparprogramme.

Was wir von TTIP zu erwarten haben

Die EU-Kommission preist die Folgen des TTIP überschwänglich an: »Eine alle Sektoren abdeckende Vereinbarung hätte überwältigende positive Effekte, würde den Handel beleben, wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung auf beiden Seiten des Atlantik vorantreiben… TTIP wäre das denkbar kostengünstigste Konjunkturpaket.« Dass davon nicht die Rede sein kann, macht Richard Detje in einer PowerPoint-Präsentation deutlich: »Worum geht es bei TTIP? | Die Versprechen | Die Erfolgsbelege | Auf dem Prüfstand: Demokratie, Produkt-/Umweltstandards, Verbraucherschutz, öffentliche Dienste, Arbeitnehmerrechte, Soziale Sicherung, Investitionsschutz | Nagelprobe: CETA | Positionen der IG Metall«. Sie liegt als pdf-Datei zum Download bereit.

DIE AKTUELLSTEN BEITRÄGE IN DER ÜBERSICHT

8. Mai 2016Otto König / Richard Detje: Stahlindustrie im Zangengriff von EU-Kommission und chinesischer Konkurrenz?

Schreckenszenario für »old industry«

Historiker behaupten, dass die sichersten Prognosen für die Vergangenheit abgegeben werden können. Nun gibt es aber ein Prognose-Unternehmen, das die Vorausschau im Namen führt: die Prognos AG. Dort wurde jüngst errechnet, dass bis Ende des kommenden Jahrzehnts, also bis 2030 rund »380.000 Arbeitsplätze verschwinden, wenn es in der Stahlindustrie zu einem exogenen Schock kommt«.

Weitere Informationen

3. April 2016Richard Detje / Otto König: Acht Beobachtungen und zehn Schlussfolgerungen

Tarifpolitische Erfolge — hinterfragt

2015 war für die abhängig Beschäftigten eines der erfolgreichsten Jahre in der jüngeren deutschen Tarifgeschichte. Es bescherte ein »kräftiges Reallohnplus«[1] und damit Wohlstandsgewinne für die »arbeitnehmerische Mitte«. Der gesellschaftliche Fahrstuhl führte nicht nur für die Besitzer der Penthäuser, sondern auch für die Bewohner des ersten und der darüber liegenden Stockwerke nach oben. Sogar das Souterrain war einbezogen — 2015 war das Jahr eins der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns. Richard Detje und Otto König hinterfragen die tarifpolitischen Erfolge.

Weitere Informationen

6. März 2016Otto König: Gesetz zu Leiharbeit und Werkverträgen blockiert

Auf der Kippe

Kaum lag der erste Entwurf des Bundesarbeitsministeriums zur stärkeren Regulierung von Leiharbeit und Werkverträgen im November 2015 auf dem Tisch, liefen Wirtschaftsverbände Sturm. Dabei hatte man lediglich die geltende Rechtsprechung zu Papier gebracht und mitnichten einen»Angriff auf die moderne arbeitsteilige Wirtschaft« gefahren.

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16. Februar 2016Richard Detje / Otto König: Acht Länder aus der Sicht der Bürgerinnen und Bürger

Europaperspektiven

Europa prägt die politische Agenda. Mit wechselnden Schauplätzen und Akteuren. Im vergangenen Jahr waren es vor allem drei Themen, die die Debatte um den Zustand und die Zukunft Europas befeuerten: die erneute Ost-West-Konfrontation im Ukraine-Konflikt, die Zuspitzung der Krise in Griechenland nach dem Wahlsieg von Syriza und der deutschen Androhung eines Grexit, schließlich ab August die Flüchtlingsbewegung über die Türkei und den Balkan nach West- und Nordeuropa. Keiner dieser Konfliktherde ist gelöst. Hinzu kommt, dass ein Wiederaufflammen der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise gegenwärtig wahrscheinlicher geworden ist.

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3. Februar 2016Otto König / Richard Detje: Ein überraschender IWF-Befund

Was haben Top-Einkommen mit Gewerkschaften zu tun?

Die Schwächung der Gewerkschaften in der neoliberalen Epoche geht mit einer Zunahme sozialer Ungleichheit einher. Präziser: In den hochentwickelten kapitalistischen Ländern war die Brechung gewerkschaftlichen Widerstands eine Voraussetzung für die Privatisierung öffentlichen Eigentums, die Deregulierung kollektiver Arbeitsmarkt- und Arbeitsregulierung sowie die Schwächung des Sozialstaats.

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16. Januar 2016Otto König / Richard Detje

Transfergesellschaft — Perspektiven nach der Insolvenz

Praktiker/Max Bahr, Schlecker, Opel-Bochum: Was leisten Transfergesellschaften als Arbeitsmarkt- und Qualifizierungsinstrument? Weshalb sollten sie erweitert werden? Befunde einer aktuellen Untersuchung.

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7. Oktober 2015Otto König / Richard Detje: Zur Lohnentwicklung in Europa in der Großen Krise

Die Zweidrittel-Union

Das »Projekt Europa« ist umkämpfter denn je. Nicht nur, weil sich der Konflikt mit einem neoliberalen, austeritären und entdemokratisierten Europa entscheidend verschärft hat. Hinzu kommt in jüngster Zeit ein Strategiewechsel, bei dem nicht mehr nur um die Richtung des europäischen Integrationsprozesses gekämpft wird, sondern um dessen Rückabwicklung. »Exit« avanciert bei Teilen der Rechten wie der Linken zur politischen Option. Der jüngste Europäische Tarifbericht des WSI[1] bietet Material, sich das umkämpfte Terrain etwas genauer anzuschauen.

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3. September 2015Otto König / Richard Detje

Klassengesellschaft

Die heutige Klassengesellschaft kann man — den Finanzmärkten folgend — an der zunehmenden Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums durch die vermögenden und besitzenden Klassen messen. Man kann aber auch den Blick nach unten richten. Hier liefert der jüngste Report des Instituts für Arbeit und Qualifikation aufschlussreiche Befunde,[1] aus denen hervorgeht: »Seit Mitte der 1990er Jahre ist in Deutschland die Einkommensungleichheit stärker als in vielen anderen europäischen Ländern gestiegen.« (S. 3)

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