Das Flüchtlingsdrama: ein Appell zum Umsteuern. In Europa und in Deutschland

Volker Braun
Die ewige Beschäftigung mit der Zukunft

[Foto: quälgeist / photocase.de]

Sie sagt sich fortwährend an.
Ihre Visitenkarte: eine Kleinanzeige
In Form eines Transparents.

Frag mich nicht, was sie bringt
Abgeblätterte Aussichten.
Das ist dann das Neuste.

Sie vergißt dir gewiß die Hälfte
Wir werden alle älter, auch sie.

(Wenn schon kein neuer Text, aber vielleicht
Diesmal der gestrichne!)

Über die Schwelle der Jahre schwappt
Eine undefinierbare Brühe.

In der Zukunft kennen wir uns schon aus.
Biete ihr deinen Platz an
(Dann jedenfalls ist nichts verloren).

Sie kann längst nicht mehr wie sie will.
Sei nachsichtig, wenn schon nicht zuvorkommend:
Man muß mit allem rechnen.

Woher wissen wir eigentlich
Daß es sie gibt?

Ja, wenn sie schwanger ginge
Die Zukunft mit der Zukunft!

Vielleicht gehst du ihr doch entgegen
Auf die Gefahr hin, sie nicht zu erkennen.

Oder stehen die Türen offen
Weil sie uns schon verlassen hat?


Zum Ausklang eines Jahres, das die Haltbarkeit von Zukunftsaussagen auf besonders harte Proben gestellt hat, danken wir unseren AutorInnen und Unterstützer­Innen herzlich für die Zusammenarbeit.

Mit Volker Braun, aus dessen »Zukunftsrede« wir zitieren, sind wir bemüht, Zukunftspfade freizu­legen. Wir freuen uns darauf, dies mit Ihrer und eurer Hilfe auch im kommenden Jahr zu tun.

Joachim Bischoff, Richard Detje, Marion Fisch, Christoph Lieber, Bernhard Müller, Björn Radke, Bernhard Sander, Maren ­Schlierkamp, Klaus Schneider, Gerd Siebecke, Johannes Tesfai

VSA: Verlag | Redaktion Sozialismus | WISSENTransfer

Hamburg, im Dezember 2016

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