12. September 2009 Workshop

Neue Herausforderungen an linke Wirtschaftspolitik

Zusammenhänge und Widersprüche globaler, europäischer, nationaler und regionaler Wirtschaftspolitik

Workshop gemeinsam veranstaltet von Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und WISSENTransfer

Samstag, den 12. September 2009, 10:00 bis 17:00 Uhr in Berlin

Veranstaltungsort: Helle Panke, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin, Tel. (030) 47 53 87 24
Anfahrt: U- und S-Bahnhof Schönhauser Allee, hinteren Ausgang benutzen – die Kopenhagener Str. ist die Querstraße zur Schönhauser Allee.
Anmeldung bei Helle Panke: info[at]helle-panke.de
Teilnahmegebühr: 5,- Euro (inkl. Imbiss)

Der Einladungsflyer zu diesem Workshop kann als pdf-Datei hier heruntergeladen werden.

Von den krisenverschärfenden Wirkungen neoliberaler Globalisierung ist allerorten die Rede. Wesentliche Charakteristika dieser Globalisierung sind die Verlagerung wirtschaftlicher und politischer Entscheidungen auf transnationale Konzerne, internationale Institutionen und global agierende Finanzmarktakteure sowie die unkontrollierten Wirkungen der internationalen Finanzmärkte. Einengung der Spielräume staatlicher und regionaler Wirtschaftspolitik, Entdemokratisierung und Deregulierung sind die Folgen.

Doch funktioniert Globalisierung nur in diese Richtungen? Finden nicht auch entgegenlaufende Entwicklungen statt? Ist die Bildung der G20 ein Anzeichen für Ende uneingeschränkter US-amerikanischer Vorherrschaft? Zeigen die nationalen Finanzmarktsicherungs- und Konjunkturstützungsprogramme nicht auch, dass nicht nur auf dem Gebiet der Sozial-, sondern auch der Wirtschaftspolitik das Ende nationaler Steuerung noch keineswegs angesagt ist?

Globalisierung ist keine Einbahnstraße. Politik findet auf mehreren Ebenen statt, denen sich auch die Akteure linker Wirtschaftspolitik stellen müssen, um sich nicht in Politikverflechtungsfallen zu verrennen.

Zu Recht steht im Zentrum alternativer Wirtschaftspolitik die Wieder- oder Neuerlangung gesamtwirtschaftlicher Steuerungsfähigkeit. Doch wo beginnt und wo endet die nationalstaatliche Interventionsebene? Will die Linke eine Politik betreiben, die das Alltagsleben der Menschen in einem sozial fortschrittlichen und ökologisch zukunftsfähigen Sinn verändert, muss sie vor Ort handlungsfähig sein. Gleichzeitig macht die tiefe Wirtschafts- und Finanzkrise die großen Defizite und Fehlentwicklungen in der EU bis hin zur Gefahr der Spaltung Europas von West nach Ost und von Nord nach Süd deutlich.

Auf dem Workshop sollen die Verflechtungen zwischen europäischer und nationalstaatlicher Wirtschafts- und Finanz-, Struktur- und Beschäftigungspolitik im Vordergrund stehen.

Workshop-Programm

10:00 Uhr: Begrüßung und Einleitung

10:15-13:00 Uhr: Wandel der Globalisierung – Renaissance der Nationalstaaten?

Klaus Steinitz (Vorsitzender des Vereins Helle Panke)
Die Globalisierung zu Beginn des 21. Jahrhunderts und ihre wirtschaftspolitischen Konsequenzen

Wolfgang Krumbein (Direktor des Instituts für Regionalforschung, Universität Göttingen)
"Nationalstaat" – der große Gewinner der Krise

Judith Dellheim (Sprecherin der AG Wirtschaftspolitik der LINKEN)
Die Linke auf der Suche nach den Spielräumen linker Wirtschaftspolitik

13:00 Uhr: Pause mit Imbiss

14:00-17:00 Uhr: Europäische Union – auf dem Pfad der Desintegration?

Andreas Wehr (wirtschaftspolitischer Koordinator der Fraktion GUE/NGL im Europaparlament)
Jeder gegen jeden? EU-Wirtschaftspolitik in der Krise

Helmuth Markov (Direktor des Zentrums für internationalen Dialog und Zusammenarbeit der RLS)
Herausforderungen einer sozial und ökologisch zukunftsfähigen Entwicklung

Heiko Kosel (Europapolitischer Sprecher der Linksfraktion.PDS im Sächsischen Landtag)
Regionalpolitische Aspekte, Probleme und Widersprüche in den Beziehungen zwischen europäischer und regionaler Wirtschaftspolitik

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