4. November 2005 Drittes Gesellschaftspolitisches Forum

Die Zukunft der Linken und der demokratische Sozialismus

Die dritte Konferenz der Reihe "Gesellschaftspolitische Foren", veranstaltet von Rosa-Luxemburg-Stiftung in Kooperation mit Helle Panke e.V., WISSENTransfer und der Redaktion der Zeitschrift Sozialismus, wurde mit einer Podiumsdiskussion der Fraktionsvorsitzenden Oskar Lafontaine und Gregor Gysi eröffnet. .

Die Zukunft der Linken und der demokratische Sozialismus

Die dritte Konferenz der Reihe "Gesellschaftspolitische Foren" am 4. und 5.11.2005 wurde mit einer Podiumsdiskussion der Fraktionsvorsitzenden Oskar Lafontaine und Gregor Gysi eröffnet.

Das Forum ist ein Angebot für gemeinsame Diskussionen mit sozialen, zivilgesellschaftlichen Bewegungen, aber auch mit den WählerInnen der Linkspartei. Eine wesentliche Frage für die politische Linke ist die Frage nach den Perspektiven des demokratischen Sozialismus im 21. Jahrhundert. Veranstalter war die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Kooperation mit Helle Panke e.V., WISSENTransfer und der Redaktion der Zeitschrift Sozialismus.

In den letzten Jahren registrieren wir in den europäischen Metropolen des Kapitals auch Protest- und Widerstandsaktionen gegen eine weitere Verschlechterung sozialen Standards, die über die Konfliktdimensionen von gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen hinausgreifen. In diesen gebündelten Massenaktionen geht es um Kündigungsschutz, die Altersrenten, die Sozialtransfers im Falle von Arbeitslosigkeit und Gesundheitsschutz. Es gibt Proteste gegen die Formen gesellschaftlicher Ausgrenzung und Benachteiligung. Gegen die politische Umsetzung der Utopie des Neoliberalismus, die auf eine radikale Transformation der Lohnabhängigen in Arbeitskraftunternehmer und damit eine kapitalistische Form der Aufhebung von Lohnarbeit und Kapital zielt, gibt es gleichfalls mächtigen Widerstand von Akteuren, die nicht der Bewegung der Lohnabhängigen zuzuordnen sind.

Die strategische Herausforderung besteht darin, in der Orientierung auf eine neue Qualität der Lohnarbeitgesellschaft zu einer Vernetzung der verschiedenen Protestpotenziale zu kommen. Dabei muss für eine sozialistische Linke auch der politische Transformationsprozess der deutschen und europäischen Sozialdemokratie in Rechnung gestellt werden. Auf die Krise des Neoliberalismus muss die Linke eine überzeugende Antwort geben. In einer reifen kapitalistischen Ökonomie , die geprägt ist von vielfältigen Formen der Selbsttätigkeit, Zonen von Prekarität und Ausgrenzung großer gesellschaftlicher Gruppen, rückt die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums in das Zentrum der Öffentlichkeit. Diese Veränderung der Verteilungsverhältnisse muss einhergehen mit einer Ausweitung der sozialen Bürgerrechte. Diese sozialen Bürgerrechte müssen integraler Bestandteil eines neuen Systems gesamtgesellschaftlicher Regulierung sein, die freilich auch eine entsprechende Kontrolle und Steuerung der europäischen wie internationalen Wirtschaftsräume und Institutionen einschließt. Die Fragen und Anforderungen sollen auf dem Forum zur Debatte stehen.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert diese Veranstaltung in Kooperation mit der Helle Panke e.V., WISSENTransfer und der Redaktion der Zeitschrift Sozialismus.

4. November, Freitag, 18 Uhr
Podium: Sozialismus als Tagesaufgabe
Mit Gregor Gysi und Oskar Lafontaine, Fraktionsvorsitzende der Linkspartei-Fraktion im Deutschen Bundestag
Moderation: Daniela Dahn

Diese Veranstaltung findet statt im
Umweltforum Berlin, Auferstehungskirche, Großer Saal
Pufendorfstraße 11, 10249 Berlin
Die Teilnahme ist kostenlos.

5. November, Samstag, 10 bis 18 Uhr
Seminar: Demokratischer Sozialismus als transformatorisches Projekt
Mit Joachim Bischoff, Michael Brie, Frigga Haug, Dieter Klein u.a.

Diese Veranstaltung findet statt in der
Rosa Luxemburg Stiftung, Konferenzraum
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Teilnahmebeitrag: 5 erm. 3 Euro incl. Mittagsimbiss

Programm (5. November 2005):

10.00 Uhr – 13.00 Uhr
Der transitorische Charakter der bürgerlichen Gesellschaft mit kapitalistischer Produktionsweise
(Wolfgang Küttler)

"Soziallogik" versus Kapitallogik. Objektive und subjektive Grundlagen und Ansätze für einen transformatorischen Emanzipationsprozess zum demokratischen Sozialismus
(Dieter Klein und Joachim Bischoff)

13.00 Uhr – 14.00 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr – 16.00 Uhr
Anforderungen an eine Re-Regulierung aus gewerkschaftlicher Sicht (Bernd Riexinger)

Neoliberalismus und Subjekt. Der neoliberale und neokonservative Umbruch der Gegenwart und die Perspektive einer demokratisch-sozialistischen Gesellschaft
(Frigga Haug und Michael Brie)

16.00 Uhr – 17.00 Uhr
Offene Fragen der Diskussion

Literaturempfehlungen:
M. Brie, M. Chrapa, D. Klein "Sozialismus als Tagesaufgabe", Karl Dietz Verlag Berlin 2002
J. Bischoff "Entfesselter Kapitalismus", VSA 2003
InkriT Wolfgang Fritz und Frigga Haug "Unterhaltungen über den Sozialismus", InkriT 2002
D. Klein (Hrsg.) "Leben statt gelebt zu werden", Karl Dietz Verlag Berlin 2003

Für die Teilnahme am Seminar wird eine Anmeldung erbeten!
Kontakt:
Cornelia Hildebrandt
Tel.: 030 / 44 31 01 68
E-Mail: hildebrandt@rosalux.de

 

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