Im Laufe dieses Jahres wirkte sich die von Friedrich Engels analysierte »Dialektik der Natur« in vorher kaum vorstellbarer Weise riskant auf das Leben in der ganzen Welt aus. Zu dieser Dialektik gehört, dass die Feiern anlässlich Engels’ 200. Geburtstag im Wuppertal um ein weiteres Jahr verlängert worden sind.

Da die Gesellschaften nun nochmals vor besondere Herausforderungen gestellt sind, verweisen wir auf den Appell des letzten noch lebenden Chefanklägers der Nürnberger Prozesse, deren Beginn sich in diesem viel­fachen Gedenkjahr zum 75. Mal jährte.

Schon in seinem Plädoyer zur Eröffnung der Prozesse hatte Benjamin Ferencz betont, dass es nicht allein darum gehe, einige der schlimmsten Verbrecher der Menschheitsgeschichte abzuurteilen. Er wollte zugleich den Grundstein für eine internationale Strafgerichtsbarkeit legen. Dass seitdem Täter für Angriffskriege und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft gezogen werden, ist angesichts der noch immer drohenden Gefahren von neuen Kriegen und nationalis­tischen Alleingängen sein bleibendes Verdienst.

Wir wollen mit Büchern und Beiträgen daran mit­wirken, dass Benjamin Ferencz’ eindringlicher Auf­forderung gefolgt wird. Bei unserer Arbeit sind wir weiterhin auf die Mithilfe und das ­­­­Engagement unserer Autor*innen & Unterstützer*innen angewiesen. Für die Kooperation und kritische Wegbegleitung im vergangenen Jahr bedanken wir uns herzlich & wünschen alles Gute für das kommende.

Louisa Bäckermann, Joachim Bischoff, Richard Detje, Marion Fisch, Julia Koppke, Emily Laquer, Christoph Lieber, Bernhard Müller, Björn Radke, Katrin Reimann, Bernhard Sander, Klaus Schneider, Gerd Siebecke

VSA: Verlag | Redaktion Sozialismus.de | WISSENTransfer
Hamburg, im Dezember 2020


Seinen Appell äußerte Benjamin Ferencz am Schluss des Tagesschau-Interviews mit Ingo Zamperoni am 20.11.2020: »My message to future generations is: Law not war. And then to attain that I give them three messages: One: Never give up. Two: Never give up. Three: Never give up.« (»Meine Botschaft an zukünftige Generationen ist: Recht statt Krieg. Und um das zu erreichen, gebe ich ihnen drei Botschaften: 1. Niemals aufgeben. 2. Niemals aufgeben. 3. Niemals aufgeben.«)

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